Brustvergrößerung

In ihrer Anlage entspricht die männliche Brustdrüse der weiblichen. Sie ist eine über dem großen Brustmuskel liegende, rundliche Platte.

Zumindest einmal im Leben gibt auch die männliche Brustdrüse etwas Milch ab: bei der Geburt. Zu diesem Zeitpunkt sind noch mütterliche Hormone im Blut des Kindes, unter anderem die zur Anregung der Milchproduktion. Dadurch entsteht in den Brüsten des Neugeborenen die sogenannte "Neugeborenen-Milch". Dieser nur sehr kurz anhaltende Zustand findet sich sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Neugeborenen.

Im Gegensatz zur weiblichen Brustdrüse, die in der Pubertät unter dem Einfluss weiblicher Hormone zu wachsen beginnt, entwickelt sich die männliche jedoch nicht weiter, sondern wird zur Zeit der Pubertät regressiv in eine bindegewebige Platte umgewandelt. Brustwarze und Warzenhof bleiben klein, die Gefäß- und Nervenversorgung entspricht in kleinerem Maßstab jener der weiblichen Drüse.

Siehe auch: Der Aufbau der weiblichen Brust.

Durch eine Brustvergrößerung kann die Form der einer weiblichen Brust angenähert werden. Größe und Form der Brustwarze und des Warzenhofs werden dabei aber nicht verändert.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, die Brust zu vergrößern:

Hormonell

Beim männlichen Körper bewirkt die Hormonbehandlung mit Östrogenen und Antiandrogenen eine deutliche Brustentwicklung. Die Größe, die dabei erreicht wird, geht aber nur selten über einen A-Cub hinaus.

Die hormonelle Methode hat allerdings gegenüber der operativen doch einige Vorteile. Einerseits spart man sich einen medizinischen Eingriff mit Krankenhausaufenthalt und den dadurch entstehenden Risken. Andererseits führt ein hormonell bedingtes Wachstum meist zu einer Brust, die gut an die eigene körperliche Statur angepasst ist und dadurch auch sehr natürlich aussieht. Ganz bestimmt ist es ein Trugschluss zu glauben, je mehr Brust ich habe desto mehr bin ich Frau.

Eigenfettinjektionen

Brustvergrößerung durch Eigenfetttransplantation (Cell-Assisted Lipotransfer), ist eine Methode die vor einigen Jahren in Japan entwickelt wurde und jetzt auch in Europa angeboten wird. Das Verfahren kann noch als experimentell eingestuft werden. Ein Vorteil ist, dass sie ambulant durchgeführt werden kann und keine Narben zurückbleiben. Ein Nachteil, dass es nur für Frauen in Frage kommt, die ausreichendes Fettgewebe an anderen Körperstellen entwickelt haben. Zum Teil wird das körpereigene Fett vor der Implantation konzentriert um die Zelldichte zu erhöhen. Das sichert ein länger anhaltendes Brustvolumen und somit erst später notwendige Auffrischungen.

In Österreich wird es zum Beispiel von DDr. Heinrich angeboten. Aber auch am Wiener AKH (Plastische) wird sie bereits bei der Rekonstruktionschirurgie eingesetzt.

Operativ

Die deutlichste und auch dauerhafteste Vergrößerung der Brust ist durch Implantate zu erzielen. Mit dieser Methode wird normalerweise eine Ausdehnung um bis maximal zwei Cup-Größen erzielt. Dies hängt sehr von der Dehnfähigkeit der Haut ab. Was darüber hinausgehen soll muss in mehreren Etappen operiert werden.

Eine Brustimplantation sollte erst durchgeführt werden, wenn das hormonelle Brustwachstum abgeschlossen ist. Ansonsten können sich unnatürlich formierte Hybridbrüste entwickeln.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass es unterschiedliche Operationsmethoden gibt, die sich in der Art des Zugangs, in der Platzierung der Implantate und in der Art der Verwendeten Implantate Unterscheiden. Die Ergebnisse unterscheidet sich in der Auffälligkeit und Platzierung von Narben und in der mehr oder weniger natürlich wirkenden Form und Konsistenz. Generell ist zu sagen, dass das Ergebnis umso natürlicher ausfällt, je mehr Eigengewebe vorhanden ist. Außerdem wirkt eine maßvolle Vergrößerung (eine Cup-Größe) echter als eine zu groß geratene Brust.

Zugänge

Schnitte für Brustimplantate

Über einen Einschnitt an der Unterbrustfalte
Ist die einfachste und am häufigsten angewandte Methode. Es sind alle Implantate möglich und sie können sowohl über als auch unter den Brustmuskel gelegt werden. Es bleiben aber Narben, die wenn auch nicht auffällig so doch sichtbar sind.

Über den Warzenvorhof
Es werden meist mit Salzwasser gefüllte, runde Implantate verwendet. Kaum sichtbare Narben, aber erhöhtes Risiko einer Gefühlstaubheit im Bereich der Brustwarzen.

Über einen Kanal von der Achselhöhle
Es werden wiederum meist nur mit Salzwasser gefüllte, runde und kleinere Implantate verwendet, die auf dem Brustmuskel platziert werden. Keine Narben im Brustbereich, aber die schwierigste OP-Methode und wird deshalb auch nur von wenigen Ärzten durchgeführt.

Platzierungen

Platzierung für Brustimplantate

Über dem Brustmuskel
Ist die einfachere Operation und erzielt die die natürlichere Form. Der Nachteil ist die "Tastbarkeit" des Implantats. Deshalb ist diese Methode nur sinnvoll, wenn genügend eigenes Fettgewebe vorhanden ist.

Unter dem Brustmuskel
Das Implantat ist kaum tastbar, die Brust kann aber, vor allem bei Muskelbewegungen, unnatürlich aussehen. Deshalb wird bei dieser Operation oft ein Teil der Brustmuskulatur durchtrennt. Das soll zwar zu keinen großen Einschränkungen führen, der Abheilungsprozess wird aber deutlich verlängert und kann schmerzvoll sein.

Implantate

Alle Implantate haben eine Hülle aus Silikon, sie unterscheiden sich aber in der Art der Füllung, in der Form und in der Art der Oberfläche.

Füllungen

Silikon
Ist ein körperfremder Stoff der aber vollkommen neutral ist. Fühlt sich fast wie natürliches Gewebe an. Allergien gegen Silikon konnten nicht nachgewiesen werden. Schlecht verarbeitetes oder flüssiges Silikon kann aber Entzündungen und Verhärtungen verursachen. Es wird aber heutzutage bei uns nur festvernetztes und hochwertig verarbeitetes Silikon verwendet. Die Implantate sind nach 10 bis 15 Jahren zu ersetzen.

Kochsalzlösung
Ist absolut unbedenklich, da es sich im Prinzip um einen körpereigenen Stoff handelt. Dennoch fühlen sich mit Kochsalzlösung gefüllte Implantate etwas "unnatürlicher" an, es kann auch vereinzelt zu Geräuschen (gluckern) und zu Faltenbildung kommen. Um die Implantate härter zu machen werden sie meist etwas überfüllt. Dadurch besteht auch ein höheres Risiko des Auslaufens. Der Vorteil liegt darin, dass die Implantate über kleinere Öffnungen platziert werden können, da nur die leere Hülle eingeführt und dann erst aufgefüllt wird.

Formen

Rund
Ist die häufigste und billigere Form, bildet meist ein größeres Dekolletee. Sieht aber meist, vor allem bei wenig Eigengewebe, unnatürlich aus.

Tropfenförmig
Ergibt eine sehr natürliche und ansprechende Form, die aber auch im Liegen beibehalten wird.

Oberflächen

Glatt
Leichter zu implantieren, meist auch günstiger.

Rauh
Geringeres Risiko des Verrutschens, im Falle von Problemen aber auch etwas schwerer zu entfernen. Geringeres Risiko der Bildung einer Kapselfibrose (Verhärtung).

Risken

Zum Abschluss sei noch darauf hingewiesen, dass alle operativen Eingriffe ein, wenn auch geringes, Risiko darstellen. Es sollte sich deshalb jede gut überlegen, ob sie dieses eingehen möchte. Vor allem in Hinblick darauf, dass Schmerzen und postoperative Probleme auf alle Fälle auftreten werden und es gut ein Jahr dauern kann, bis diese wirklich abgeklungen sind.

 

 

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