Trans Was ?

Die TransGender-Welt bieten eine Unmenge ambivalenter Geschlechtspositionen. Verbreitete Positionen sind etwa:

Wiedererkannt?

Irgendwo dazwischen?

Es gibt sehr unterschiedliche Motive für alternative Geschlechtsdarstellungen. Die Grenzen sind fließend, eine eindeutige "Zuordnung" ist damit nicht möglich. Das liegt daran, dass auch die Zuweisung von Geschlecht, Sex und Gender in der Regel nicht eindeutig sind:

Geschlecht

Das Wort Geschlecht ist aus dem Althochdeutschen abgeleitet: "gislathi" -> "das in dieselbe Richtung schlägt". In der Regel bezeichnet es zwei Kategorien von Menschen, "Männer" und "Frauen", die durch angeborene körperliche Merkmale bestimmt werden. Diese Sichtweise konstruiert die binäre Geschlechterordnung, grenzt die Vielfalt menschlicher Lebensweisen auf zwei normierte Kategorien ein und blendet die Tatsache, dass Geschlecht in der sozialen Interaktion erst gemacht wird und ein historisch veränderbares, soziales, kulturelles und politisches Verhältnis zwischen Menschen ausdrückt, aus.

Wir kennen viele Komponenten, die meist nicht mitgedacht werden wenn von Geschlecht gesprochen wird und die jeweils in einer Person unterschiedlich sein können.

chromosomales Geschlecht:   

wird durch die Chromosomen bestimmt (z.B. XX / XY / XXY / usw.)

gonadales Geschlecht:

wird durch die die Keimdrüsen bestimmt (Eierstöcke / Hoden)

genitales Geschlecht:

wird durch die primären Genitalien bestimmt (Penis / Vagina)

somatisches Geschlecht:

wird durch primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale bestimmt und entspricht dem körperlichen Geschlecht

juristisches Geschlecht:

wird kurz nach der Geburt durch die Hebamme zugewiesen und bezeichnet das staatlich anerkannte Geschlecht. Dieses Geschlecht kann durch eine Personenstandsänderung angepasst werden.

soziales Geschlecht:

wird durch soziale Anerkennung bestimmt. Es ist jenes Geschlecht, das durch das soziale Umfeld zugewiesen wird.

Identitätsgeschlecht:

wird durch die eigene Geschlechtsidentität bestimmt. Es ist das eigene Geschlecht, also jenes, zu dem sich in Mensch zugehörig fühlt.

Sex und Gender

Sex bezeichnet das physische Geschlecht. Gender bezeichnet das grammatikalische und soziale Geschlecht.

Transgender Personen

Ist eine Sammelbezeichnung für Menschen, die herkömmliche Geschlechtsgrenzen überschreiten. Dies kann einen – temporären oder permanenten – vollständigen Geschlechtswechsel innerhalb des binären Geschlechtermodells bedeuten. Es kann aber auch bedeuten, dass eine Person sich in beiden Geschlechtern oder in keinem der beiden Geschlechter identifiziert. Auch Geschlechtspositionen ausserhalb des binären Geschlechtermodells können eingenommen werden, zum Beispiel als "drittes Geschlecht". Oder aber eine Person stellt sich ausserhalb jedes Geschlechtermodells indem sie die Kategorie Geschlecht für sich als Identifikationskriterium abschafft.

Trans* Personen

Ist ähnlich wie Transgender ein Überbegriff für Menschen, die herkömmliche Geschlechtsgrenzen überschreiten. Der Begriff ist neuer und wird vor allem in der emanzipatorischen, queeren community gerne verwendet. Das Sternchen steht für alle Formen und Möglichkeiten des trans Seins in ihrer bunten Vielfalt. In dieser Arbeit wird häufig der Begriff Trans* Personen verwendet, auch wenn es um Menschen geht, die sich medizinischen Behandlungen unterziehen und/oder eine Personenstandsänderung anstreben, weil auch in dieser Personengruppe nicht vorausgesetzt werden kann, dass sich alle an einem der eindeutigen Pole im binären Geschlechtermodell positionieren wollen.

Transsexuelle, TS

Der Begriff der Transsexualität kommt aus der Medizin und ist gleichzeitig der im ICD 10 verwendete Begriff für die zuerkannte Persönlichkeitsstörung. Der deutsche Arzt und Sozialforscher Magnus Hirschfeld hat 1923 den Begriff des "Seelischen Transsexualismus" verwendet, ohne allerdings näher zu definieren, was darunter gemeint ist. Erst 1953 griff der deutsch-amerikanische Endokrinologe Harry Benjamin den Begriff wieder auf und etablierte ihn in einer Bedeutung, die er bis heute im Wesentlichen behalten hat: Transsexuelle sind Menschen, die als Angehörige des anatomisch anderen Geschlechts leben und anerkannt werden wollen und den eigenen Körper durch medizinische Behandlung an das andere Geschlecht anpassen wollen. Heute wird der Begriff bezüglich des Wunsches nach medizinischer Behandlung immer mehr relativiert und auch auf Menschen ausgedehnt, die sich zwar eindeutig im anatomisch anderen Geschlecht identifizieren und als Angehörige ihres Identitätsgeschlechts anerkannt werden wollen, aber nicht oder nur zum Teil den Wunsch hegen, ihren Körper durch medizinische Behandlung zu verändern.

Transidente

Dieser Begriff wurde in den letzten Jahren von Betroffenen und Psychotherapeutinnen als Synonym für die Transsexualität eingeführt, um den Schwerpunkt in Richtung Geschlechtsidentität zu verschieben. Damit wird eher auf die Selbstwahrnehmung und auf die sozialen Geschlechterrollen verwiesen. Die Angleichung des Körpers steht nicht so sehr im Vordergrund, auch wenn die meisten sich als transident definierenden Personen körperliche Anpassungen anstreben – nicht zuletzt auch um dadurch die soziale Anerkennung in ihrem Identitätsgeschlecht zu erleichtern. Die Verwendung des Begriffs Transidentität ist auch durch Abgrenzungswünsche gegenüber Assoziationen mit Sexualität im Sinne von sexuellen Handlungen oder sexueller Orientierung motiviert.

Transmann, FzM (Frau zu Mann)

Diese Begriffe stehen für Menschen, die bei der Geburt als Frauen eingestuft wurden und später einen Geschlechtswechsel in Richtung Mann vollzogen haben.

Transfrau, MzF (Mann zu Frau)

Diese Begriffe stehen für Menschen, die bei der Geburt als Männer eingestuft wurden und später einen Geschlechtswechsel in Richtung Frau vollzogen haben.

Transvestiten, TV

Der Begriff des Transvestitismus beinhaltet das lateinische Wort "vestire", "kleiden", und wurde 1910 von Magnus Hirschfeld geprägt um Menschen zu beschreiben, die Kleidung jenes Geschlechts tragen, dem sie körperlich nicht zugeordnet sind. Hirschfeld war schon bewusst, dass es nicht nur um das blosse Tragen von Kleidung geht. Heute verstehen wir unter Transvestiten Menschen, meist "Männer", die zeitweise im Erscheinungsbild des anderen Geschlechts leben und auftreten und die dadurch Persönlichkeitsanteile ausdrücken, die sie in ihrer üblichen Geschlechterrolle verdrängen müssen. Transvestitismus und fetischistischer Transvestitismus sind, wie die Transsexualität, im ICD-10 definierte Krankheitsbegriffe.

Cross Dresser, CD

Menschen, die bewusst jene Kleidungsnormen übertreten, die zur Aufrechterhaltung der Geschlechterordnung dienen. Siehe auch: Drag.

Damenwäscheträger

Nein, kein Requisit für den Kleiderschrank sondern Männer die gerne weibliche Unterwäsche unter ihrer Alltagskeidung tragen. Ja, es gibt auch Frauen, die gerne männliche Unterwäsche unter ihrer Alltagskleidung tragen. Einen eigenen Begriff dafür gibt es aber nicht.

In-Between

Menschen, die ihre Zuweisung auf eine männliche oder weibliche Position ablehnen.

Gender bender

Personen, die Geschlechtsrollen verbiegen (to bend), also eine androgyne oder anti-normale Geschlechtsperformance zeigen. Der Begriff umfasst sowohl sozialen Aktivismus gegen Geschlechtsnormierung als auch Trans* Personen mit ambivalenter oder alternativer Geschlechtsidentität.

Drag

Überschreitung von Kleidungsnormen. Der Begriff entstammt der Shakespear'schen Regieanweisung "DRessed As Girl" für Männer, die als Frauen auf der Bühne erscheinen. Kann aber umgekehrt auch "DRessed As Guy" heissen. Drag bedeutet im Englichen aber auch "schleppen" und kann so auf das Tragen pompöser Kleidung bezogen werden. Der Begriff Drag Queen entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als britisches Slangwort für feminin auftretende Homosexuelle.

Drag King

Frauen die, insbesondere bei Performances, in typisch männlicher Bekleidung und maskulinem Styling stereotype männliche Verhaltensweisen darstellen oder persiflieren.

Drag Queen

Meist schwule Männer, die als schrille Imitation von Frauen auftreten.

Double Drag

Männer, die Frauen spielen, welche Männer darstellen oder Frauen, die Transvestiten darstellen.

Butch

Lesbische Frauen, die sich in Kleidung und Verhalten kontinuierlich maskulin geben.

Femme

Lesbische Frauen, die sich scheinbar heteronormativ feminin präsentieren.

Tunte

Herabwürdigende Bezeichnung für einen effiminierten, meist homosexuellen Mann.

Weichei

Unmännlicher Mann im Sinne angeblich unmännlicher Schmerz-, Kälte und Hitzeempfindlichkeit.

Mannweib

Besonders maskuline, derb auftretende Frau. Der Begriff war vorallem in landwirtschftlichen Kulturen verbreitet.

Eunuch

Kastrierte Männer. Bei Kastraten der Europäischen Hoch-Gesangskultur wurden vor der Pubertät die Hoden zertrümmert, spätert nur die Hodenkanäle durchtrennt.

Travestiekünstler

Schauspieler, Sänger oder Tänzer, die auf der Bühne professionell Frauen imitieren.

Intersexuelle

Der Begriff Intersexualität kommt aus der Medizin und bezeichnet Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Eigenheiten nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Formen von Intersexualität. Sie können sich auf die Geschlechtschromosomen, die Gonaden, die primären oder sekundären Geschlechtsorgane oder die Geschlechtshormone beziehen (siehe Geschlechtsentwicklung). Intersexuelle Menschen wurden früher als Zwitter oder Hermaphroditen bezeichnet.

Drittes Geschlecht

Ein drittes Geschlecht ist in vielen Kulturen bekannt. Genannt seinen etwa die Hijras in Indien, deren Gemeinschaft Aspekte einer eigenen Kaste birgt (siehe auch: Fels und Pillai-Vetschera 2001, Hijras – das dritte Geschlecht Indiens, Fels 2002, Das Geschlecht jenseits der Dualität), oder die two spirit people indigener Kulturen, die häufig als spirituelle Vorbilder verehrt werden. Auch einzelne Staaten haben schon einen dritten Geschlechtseintrag eingeführt und damit ein juristisches drittes Geschlecht legitimiert. So kann zum Beispiel in Nepal seit 2008 neben "männlich" und "weiblich" auch "drittes Geschlecht" eingetragen werden. In Australien wurde im September 2011 ein Geschlecht "X", was "unbestimmt" bedeuten soll zur Eintragung in Reisepässe eingeführt.

Geschlechtsmigration

Geschlechtsmigration ist die Wanderung von Personen im sozialen Raum der Geschlechter, wobei es unterschiedliche Richtungen, Distanzen, Dauer und Geschwindigkeiten gibt. Das Bilder der Geschlechtsmigration bietet einerseits die Möglichkeit, die Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit aufzuweichen, indem eine Vielfalt bewanderbarer Geschlechter vorstellbar wird. Andererseits bricht es mit dem weit verbreiteten Tabu einer möglichen Rückkehr in das Ausgangsgeschlecht und kann auch temporäre Formen des Geschlechtswechsels beschreiben. Wie für geographische / soziale MigrantInnen ist auch für GeschlechtsmigrantInnen das Spannungsfeld der Integration / Assimilation von entscheidender Bedeutung. Oft besteht der dringende Wunsch, asssimiliert zu werden, um nicht mehr als (be)fremd(lich) erkennbar zu sein. Für eine staatliche Anerkennung wird mehr oder weniger brutal die Integration / Assimilation gefordert, etwa durch den Zwang zu genitalanpassenden Operationen, Sprachkurse oder Einbürgerungstests. Wenn die Integration nicht wie gewünscht gelingt und das soziale Umfeld mit Ausgrenzung oder gar Hass reagiert, entsteht eine oft existenzbedrohliche Situation. MigrantInnen sind vermehrt von Hassverbrechen bedroht und betroffen - sei es aufgrund von Xenophobie oder aufgrund von Transphobie. Vielleicht kann der Begriff der Geschlechtsmigration auch einen Weg der Solidarität ziwschen geographischen / sozialen MigrantInnen und Transgender Personen öffnen. Oder zumindest für die jeweiligen Lebenssituationen sensibilisieren.

Queer

"Queer" bedeutet wörtlich übersetzt "seltsam", "wunderlich", "eigenartig", "verdächtig", "zweifelhaft". Der Begriff wurde in den USA als Schimpfwort für Lesben, Schwule und Trans* Personen verwendet. In den 80er und 90er Jahren gelang es den Aktivistinnen der LGBT Bewegung, diese Beschimpfung neu zu bewerten und sich als einen Begriff für eine politisch emanzipatorische Bewegung anzueignen. Als Identitätsbezeichnung umfasst der Begriff Lesben, Schwule, Bisexuelle, Intersexuelle und Trans* Personen. Auch Heterosexuelle, Pansexuelle, Asexuelle oder Sadomasochistinnen können sich als queer identifizieren. Gemeinsame Basis ist die Ablehnung der Heteronormativität und überkommener Rollenklischees sowie das Leben in einer schillernden Vielfalt geschlechtlicher Identitäten und sexueller Praxen.

Transphobie

"Transphobie bedeutet einen Angriff, eine Herabwürdigung oder eine Benachteiligung von Menschen, die in ihrer Geschlechtsidentität von der Norm abweichen oder die nicht eindeutig in das binäre System "Mann und Frau" einzuordnen sind. Oft gibt es dabei einen klaren Bezug zur Homophobie: Transfrauen werden von den Gewaltausübenden oft als Männer betrachtet um daraus die Rechtfertigung für eine Gewalttat oder Pöbelei abzuleiten.

Sexismus

"Sexismus ist die Zuschreibung von Merkmalen und Zuweisung von Rollen aufgrund des Geschlechts. Sexismus ist von anderen zu erwarten, dass sie Geschlechternormen verkörpern. Sexismus ist sich selbst durch Merkmale und Rollen zu stilisieren, die an von außen bestimmte Geschlechterklischees gebunden sind. Siehe auch Fels und Fink: "Was ist Sexismus?".

Link

www.queeropedia.com

Ein leider schlecht und unvollständig ins Netz übertragenes gutes Lexikon queerer Begriffe.

 

 

 

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